Ein guter Trainingsplan spart dir vor jeder Einheit Zeit und macht das Training für die Spieler abwechslungsreicher. Er muss weder lang noch kompliziert sein: Es genügt ein klarer Aufbau, passende Übungen und ein realistischer Blick auf Zeit, Platz und Spielerzahl. Diese Anleitung zeigt dir, wie du in fünf Schritten einen Plan erstellst.
Schritt 1: Rahmen klären
Bevor du Übungen aussuchst, beantworte vier Fragen:
- Wie lange dauert das Training? Als Faustwert gelten 45 bis 60 Minuten bei den Jüngsten, 60 bis 75 Minuten bei E- und D-Jugend und 75 bis 90 Minuten bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen.
- Wie viele Spieler kommen? Plane für die Zahl der Zusagen, nicht für den ganzen Kader.
- Wie viel Platz und Material hast du? Ein halbes Feld, vier Hütchensets und zwölf Bälle reichen für viele Übungen.
- Was soll das Team lernen? Wähle pro Einheit einen Schwerpunkt, zum Beispiel Dribbling, Passspiel oder Torschuss.
Schritt 2: Die Einheit nach dem GAG-Prinzip aufbauen
Im Kinder- und Jugendtraining hat sich das GAG-Prinzip bewährt: ganzheitlich, analytisch, ganzheitlich. Das heißt, du beginnst mit einem Spiel, übst dann gezielt und endest wieder mit einem Spiel.
- Aufwärmen mit Ball, möglichst spielerisch
- Spielform zum Schwerpunkt, damit die Spieler das Problem erst erleben
- Übungsform, in der die Technik gezielt wiederholt wird
- Spielform wie in Teil 2, jetzt mit dem Gelernten
- Ausklang mit lockerem Spiel und kurzer Besprechung
Schritt 3: Zeiten verteilen
Ein Beispiel für eine Einheit von 75 Minuten mit dem Schwerpunkt Dribbling:
| Teil | Dauer | Inhalt |
|---|---|---|
| Aufwärmen | 10 Min. | Jeder Spieler mit Ball, Dribbeln durch das Feld, Zeichen wechseln die Richtung |
| Spielform 1 | 15 Min. | 3 gegen 3 auf vier kleine Tore |
| Übungsform | 20 Min. | 1 gegen 1 mit Tor, Stationen mit Hütchen |
| Spielform 2 | 20 Min. | 4 gegen 4, Torerfolg nach Dribbling zählt doppelt |
| Ausklang | 10 Min. | Freies Spiel, Rückblick, Ausblick |
Die Übungsform ist der kürzeste Teil, den die Kinder am wenigsten mögen. Je mehr du in den Spielformen übst, desto länger bleibt die Motivation.
Schritt 4: Übungen aussuchen
Suche Übungen, die zum Schwerpunkt, zur Altersklasse und zur Spielerzahl passen. Eine Übung sollte in einem Satz erklärbar sein. Wenn du länger als eine Minute erklärst, stehen die Kinder zu lange. In der Übungsbibliothek von Kaderbutler findest du gezeichnete Übungen von den Bambini bis zur C-Jugend, nach Altersklasse und Thema sortiert, zum Beispiel für Dribbling, Torschuss oder Passen und Ballannahme.
Schritt 5: Die Woche und die Saison planen
Plane nicht nur eine Einheit. Zwei Dinge helfen:
- Themenserien: Drei bis vier Wochen am selben Thema, mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Zuerst Technik ohne Gegner, dann mit Gegner, dann im Spiel.
- Blöcke: Gliedere die Saison in Abschnitte mit je einem Schwerpunkt, zum Beispiel Ballbeherrschung im Herbst, Passspiel im Winter, Torschuss im Frühjahr.
Der Trainer-Assistent in Kaderbutler übernimmt diese Planung. Du legst Schwerpunkte pro Block fest, er schlägt dir passende Einheiten nach Dauer, Spielerzahl und Material vor. Am Trainingstermin erscheint die Plan-Karte, und der Trainingsmodus führt dich live durch die Einheit. Mehr dazu unter Trainingsplanung für Fußball.
Typische Fehler beim Trainingsplan
- Zu viele Ziele in einer Einheit. Ein Schwerpunkt reicht.
- Zu lange Warteschlangen. Bei jeder Übung sollten alle Kinder gleichzeitig in Bewegung sein.
- Kein Platz für Spiel. Mindestens die Hälfte der Zeit sollte gespielt werden.
- Plan ohne Puffer. Rechne mit Verspätungen und plane drei bis fünf Minuten Reserve ein.
- Nie auswerten. Notiere nach dem Training, was funktioniert hat. So wird der nächste Plan besser.
Kurze Checkliste
- Dauer, Spielerzahl, Platz und Material geklärt
- Ein Schwerpunkt festgelegt
- Aufwärmen, Spielform, Übungsform, Spielform, Ausklang geplant
- Übungen einfach erklärbar
- Reserve eingeplant
Häufige Fragen
Wie viele Übungen passen in eine Trainingseinheit?
Drei bis fünf. Wer mehr einplant, verbringt die Zeit mit Erklären und Umbauen. Besser sind wenige Übungen, die mehrfach wiederholt und in der Schwierigkeit gesteigert werden.
Wie plane ich, wenn ich nicht weiß, wie viele Spieler kommen?
Plane Übungen, die bei unterschiedlicher Spielerzahl funktionieren, etwa Spielformen mit flexiblen Teamgrößen. Ein Blick in die Zu- und Absagen am Vortag hilft: Dann weißt du, ob du mit 8 oder 14 Spielern rechnest. Sinnvoll ist eine zweite, einfachere Variante für den Fall, dass weniger kommen.
Wie unterscheidet sich ein Plan für Kinder und für Erwachsene?
Je jünger die Spieler, desto mehr Ballkontakte, desto kürzer die Erklärungen und desto spielerischer die Übungen. Bei Erwachsenen sind längere Erklärungen und taktische Inhalte möglich, ein Teil der Einheit gehört dann Kondition und Athletik.
Soll ich den Plan aufschreiben?
Ja, mindestens in Stichpunkten. Ein aufgeschriebener Plan zeigt dir, ob die Zeiten aufgehen, und du kannst nach dem Training notieren, was funktioniert hat. In Kaderbutler hängt die Plan-Karte direkt am Trainingstermin, du hast also alles an einem Ort.