Ein Strafenkatalog legt fest, welches Fehlverhalten in der Mannschaft wie viel kostet. Das Geld fließt in die Mannschaftskasse und bezahlt später Weihnachtsfeier, Saisonabschluss oder neue Trainingsbälle. Die folgenden 40 Beispiele sind Vorschläge für Training, Spieltag und Kabine. Die Beträge solltest du an eure Kasse anpassen: In einer Jugendmannschaft sind es Cent-Beträge, bei Erwachsenen darf es etwas mehr sein.

So funktioniert ein Strafenkatalog

Der Katalog ist eine Liste mit Verstoß und Betrag. Damit er akzeptiert wird, gelten drei Grundsätze:

  • Alle beschließen ihn gemeinsam. Ein Katalog, den der Trainer allein schreibt, wird schnell als Schikane empfunden.
  • Er steht schriftlich fest. Wer nachlesen kann, was etwas kostet, diskutiert weniger.
  • Er gilt für alle gleich, auch für Kapitän und Trainer.

Beispiele fürs Training

VerstoßBeispielbetrag
Zu spät zum Training (ab 5 Minuten)2,00 €
Zu spät ohne Nachricht5,00 €
Unentschuldigt gefehlt5,00 €
Zugesagt, aber nicht gekommen5,00 €
Zu spät abgesagt (nach der Frist)2,00 €
Keine Antwort auf die Trainingsabfrage1,00 €
Ball vergessen oder platt geschossen2,00 €
Trinkflasche oder Schienbeinschoner vergessen1,00 €
Hütchen oder Material liegen gelassen2,00 €
Falsche Trainingskleidung1,00 €
Handy klingelt während der Besprechung2,00 €
Aufbauen oder Abbauen verweigert3,00 €

Beispiele für den Spieltag

VerstoßBeispielbetrag
Zu spät zum Treffpunkt5,00 €
Unentschuldigt beim Spiel gefehlt20,00 €
Trikot oder Schuhe vergessen5,00 €
Gelbe Karte wegen Meckerns5,00 €
Gelbe Karte wegen Foulspiels (kein Taktikfoul)3,00 €
Gelb-Rote Karte10,00 €
Rote Karte20,00 €
Eigentor2,00 €
Verschossener Elfmeter5,00 €
Nach dem Spiel nicht beim Abbau geholfen3,00 €
Fahrgemeinschaft nicht abgesagt5,00 €
Zu spät zur Mannschaftsbesprechung2,00 €

Beispiele für Kabine und Verhalten

VerstoßBeispielbetrag
Mit Fußballschuhen in die Kabine2,00 €
Dreckige Schuhe nicht abgeputzt2,00 €
Kabine unordentlich verlassen3,00 €
Nicht geduscht (nach Absprache im Team)1,00 €
Beschimpfung von Mitspielern5,00 €
Wichtige Nachricht im Chat überlesen und nachgefragt1,00 €
Handy während der Ansprache benutzt2,00 €
Trikotwäsche vergessen, wenn man dran war5,00 €

Sachstrafen statt Geld

Nicht jede Strafe muss Geld kosten. Gerade in Jugendmannschaften sind Aufgaben sinnvoller:

  • Bälle und Hütchen einsammeln
  • Die nächste Kabine fegen
  • Den Kuchen für den nächsten Heimspieltag mitbringen
  • Einen Teil der Aufwärmübungen vorbereiten
  • Getränke für das Training besorgen
  • Das Mannschaftsfoto organisieren
  • Eine Runde extra um den Platz, wenn es nur um Spaß geht
  • Eine kurze Ansage vor der Mannschaft übernehmen

Fünf Regeln, damit der Katalog fair bleibt

  1. Kurz halten. Mehr als 20 bis 30 Punkte merkt sich niemand.
  2. Obergrenzen festlegen, etwa einen Höchstbetrag pro Monat und Spieler.
  3. Keine Strafen für Dinge, die man nicht ändern kann, zum Beispiel Verletzungen oder Krankheit.
  4. Transparent abrechnen. Jeder sollte sehen, wohin das Geld fließt.
  5. Zweimal im Jahr überprüfen. Was nicht funktioniert, fliegt raus.

Strafen digital verwalten

Auf Papier oder in einer Tabelle gehen Strafen leicht verloren. In der Teamkasse von Kaderbutler pflegst du den Strafenkatalog direkt in der App: Eine Strafe vergibst du mit einem Tipp, und jedes Mitglied sieht unter „Meine Beträge“, was offen ist. Bezahlt wird per GiroCode aus der Banking-App oder per PayPal-Link.

Besonders praktisch sind die automatischen Regeln: Für „keine Antwort bis zur Frist“, „zu spät abgesagt“ und „unentschuldigt gefehlt“ schlägt die App Strafen vor, die der Kassenwart bestätigt oder verwirft. Niemand muss mehr Listen führen, und Streit über vergessene Strafen gibt es nicht. Wie Zu- und Absagen mit Frist funktionieren, steht auf der Seite Zu- und Absagen.

Häufige Fragen

Darf eine Mannschaft überhaupt Strafen verhängen?

Ein Strafenkatalog ist in der Praxis eine Vereinbarung unter Mitspielern, die auf Freiwilligkeit beruht. Er funktioniert, weil alle ihm zugestimmt haben. Setze deshalb auf Einigkeit statt auf Druck: Wer den Katalog nicht mittragen will, kann sich auf Sachleistungen einigen. Ob und wie eine Strafe rechtlich durchsetzbar wäre, hängt von der Form eurer Mannschaft ab und ist im Alltag selten ein Thema. Bei Minderjährigen sollten die Eltern den Katalog kennen und zustimmen. Im Zweifel fragst du den Vorstand deines Vereins.

Wie hoch sollten die Beträge sein?

Eine gute Orientierung ist ein Betrag, der kurz weh tut, aber niemanden belastet. Bei Jugendlichen bleibt es bei wenigen Cent bis zu einem oder zwei Euro. Bei Erwachsenenteams reichen oft zwei bis zehn Euro, nur Ausnahmen wie das unentschuldigte Fehlen bei einem Spiel liegen höher.

Wer entscheidet, ob eine Strafe fällig ist?

Am besten nicht der Trainer allein. Bewährt hat sich ein kleiner Strafenrat aus Kapitän, Kassenwart und einem weiteren Spieler. Bei strittigen Fällen entscheidet die Mannschaft. Wer die Strafen automatisch aus den Zu- und Absagen vorschlagen lässt, spart sich viele Diskussionen.

Was passiert, wenn jemand nicht zahlt?

Setzt eine Zahlungsfrist, zum Beispiel bis zum nächsten Training oder Monatsende. Wer wiederholt nicht zahlt, wird freundlich erinnert. Hilfreich ist, dass jeder jederzeit sehen kann, was er schuldet, statt dass der Kassenwart ihn erst darauf ansprechen muss.