In der E-Jugend verändert sich das Training: Die Kinder halten länger durch, verstehen Anweisungen besser und wollen Neues lernen. Gleichzeitig bleibt der Spaß am Spiel der wichtigste Antrieb. Ein guter Plan verbindet beides. Er setzt einen klaren technischen Schwerpunkt und lässt viel Zeit für Spielformen. Hier findest du einen Aufbau für 75 Minuten und konkrete Hinweise für die Planung.

Was die E-Jugend ausmacht

Die Altersangaben schwanken je nach Verband und Jahrgang. Typisch für diese Altersklasse sind:

  • Bessere Koordination. Kinder können Bälle gezielter annehmen und mitnehmen.
  • Erstes Verständnis für Räume. Freilaufen und Anbieten werden Thema, aber noch nicht als Taktik, sondern als Idee.
  • Wachsende Konkurrenz. Manche Kinder vergleichen sich, andere haben Angst vor Fehlern. Achte auf das Gruppengefühl.
  • Unterschiedliche Entwicklung. Zwischen Kindern im gleichen Jahrgang liegt oft ein großer körperlicher Unterschied.

Daraus folgen drei Prinzipien für den Plan: wenige klare Schwerpunkte, viele kleine Spielformen und Aufgaben, die steigerbar sind.

Beispiel: Einheit für 75 Minuten

Schwerpunkt: Passen und Ballannahme mit Orientierung.

TeilDauerInhalt
Aufwärmen10 Min.Jeder Spieler mit Ball, Dribbeln im Feld, auf Zeichen Ball stoppen und mit der Sohle mitnehmen
Spielform 115 Min.4 gegen 4 auf zwei Tore, jedes Tor zählt nach mindestens drei Pässen doppelt
Übungsform20 Min.Passdreieck mit Ballannahme in die Laufrichtung, danach mit passivem, dann aktivem Gegner
Spielform 220 Min.4 gegen 4 plus Joker, der immer für das ballbesitzende Team spielt
Ausklang10 Min.Freies Spiel, kurze Auswertung: Was hat gut geklappt?

Die Übungsform ist hier der Schlüssel. Zuerst übt jeder die Bewegung ohne Gegner, dann mit passiver Verteidigung, dann in der Spielform mit echtem Gegner. Diese Stufen kannst du bei jedem Thema nutzen.

Schwerpunkte für das Jahr

Teile die Saison in Themenblöcke von drei bis vier Wochen:

  1. Ballbeherrschung und Dribbling: Sicherheit am Ball
  2. Passen und Ballannahme: erster Kontakt in Bewegung
  3. 1 gegen 1 und 2 gegen 1: Entscheidungen unter Druck
  4. Torschuss: Abschluss aus unterschiedlichen Situationen
  5. Spielformen mit Überzahl und Unterzahl: Raumgefühl

Innerhalb eines Blocks steigerst du den Schwierigkeitsgrad: erst ohne Gegner, dann mit passivem Gegner, dann im Spiel. Passende Übungen findest du in der Übungsbibliothek für die E-Jugend, sortiert nach Thema, zum Beispiel Passen und Ballannahme oder 2 gegen 1.

Typische Fehler im E-Jugend-Training

  • Zu viel Erklären. Zeig die Übung, lass sie probieren und korrigiere im Spiel.
  • Zu früh Spezialisierung. Auch in der E-Jugend sollen alle auf allen Positionen spielen.
  • Zu wenig Differenzierung. Gib Fortgeschrittenen schwierigere Varianten, zum Beispiel nur einen Kontakt, und lass Anfängern mehr Zeit.
  • Ergebnisfixierung. Auch wenn am Wochenende Punkte zählen: Im Training geht es um Entwicklung.
  • Wenig Feedback. Jedes Kind sollte pro Einheit mindestens einmal ein persönliches Lob hören.

Planung mit dem Trainer-Assistenten

Wenn du jede Woche neu überlegst, welche Übung zu welchem Thema passt, kostet das Zeit. Der Trainer-Assistent in Kaderbutler übernimmt das: Du legst Schwerpunkte pro Block fest, die App schlägt Einheiten nach Dauer, Spielerzahl und Material vor, und am Trainingstermin erscheint die Plan-Karte. Weitere Anleitungen findest du im Artikel Fußball-Trainingsplan erstellen: Schritt für Schritt und im Artikel zur F-Jugend, falls du jüngere Kinder trainierst.

So erkennst du, ob dein Plan funktioniert

Ein Plan ist gut, wenn die Kinder lernen und gern kommen. Beides kannst du beobachten:

  • Ballkontakte: Zählt in einer Spielform eine Minute lang mit, wie oft ein Kind den Ball berührt. Wer selten am Ball ist, braucht kleinere Gruppen.
  • Wartezeit: Wenn Kinder länger als eine Minute stehen, baue die Übung um.
  • Rückfragen: Fragen die Kinder dauernd nach, war die Erklärung zu kompliziert.
  • Stimmung: Wer am Ende noch weiterspielen will, hat alles richtig gemacht.
  • Spiel am Wochenende: Erkennst du das Trainierte im Spiel wieder? Dann sitzt der Schwerpunkt.

Notiere dir nach jeder Einheit zwei Stichpunkte: Was lief gut, was ändere ich? Nach wenigen Wochen hast du eine eigene Sammlung bewährter Einheiten.

Häufige Fragen

Wie viele Spieler sollten in einer E-Jugend-Einheit sein?

Mit 8 bis 16 Kindern lässt sich gut arbeiten. Mit weniger als 8 sind Spielformen schwer zu bilden, mit mehr als 16 brauchst du einen Co-Trainer oder Stationen.

Soll ich schon taktische Inhalte trainieren?

Nur in kindgerechter Form. Statt „Räume eng machen“ lautet die Aufgabe „Bleib in der Nähe des Gegners“. Über Spielformen mit Überzahl und Unterzahl lernen die Kinder Taktik, ohne dass du sie benennen musst.

Wie gehe ich mit Leistungsunterschieden um?

Mit Differenzierung. Gib in derselben Übung unterschiedliche Aufgaben, mische Teams nach Zufall oder lass stärkere Spieler zusätzlich eine Bedingung erfüllen, etwa nur mit links zu spielen.

Wie erreiche ich, dass alle regelmäßig kommen?

Mit klaren Terminen, verlässlicher Kommunikation und guter Stimmung. Wer gern kommt, kommt häufiger. Eine Antwortfrist und Erinnerungen helfen den Eltern, das Training einzuplanen.